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26 Aug, 2015

Bob

Bob teilte das Schicksal vieler Hunde in Kampanien, die dazu verdammt sind, von klein auf nur an der Kette zu liegen.
Rein rechtlich ist nichts dagegen zu machen, wenn bestimmte Normen eingehalten werden, also der Hund eine Hütte hat und genug Futter und Wasser.
Bob hing seit seiner Welpenzeit an einer Kette und litt offensichtlich fürchterlich darunter.

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Michelangelo und Cinzia vom Canile AIPA beendeten im Mai sein Martyrium und brachten ihn nach seiner Kastration in das Canile AIPA.
Nach ein paar Tagen des vorsichtigen Kennenlernens und erster Kontaktversuche mit Menschen und anderen Hunden zeigte sich Bob als sozial sehr kompatibel und unkompliziert. Er genoss es sichtlich, sich bewegen zu können und freute sich, dass nichts mehr an seinem Hals zerrte.

Besonders angetan war er von Jenny Schmelzer, der lieben Frau unseres Schirmherrn Marcel Schmelzer bei deren Besuch des Canile im Juni 2015. Man sah, dass Bob nichts mehr wollte als Nähe zum Menschen und viele Streicheleinheiten, die ihm in seinem ganzen  bisherigen Leben sicher vorenthalten worden waren.

Dann besuchte ein mit Angela Luongo befreundeter Anwalt das Canile von Angela, da er einen Welpen adoptieren wollte. Beim Zusammentreffen mit Bob jedoch war der Wunsch nach einem Welpen vergessen, den er verliebte sich sofort in den großen Bob und nahm ihn in seine Familie auf.
Doch Bob`s Glück währte nur zwei Tage, denn dann wurde er vom Adoptanten unter Tränen zurückgebracht…

Hier seine damaligen Worte dazu:

Meine schlimmste Niederlage.
Ich habe die Prüfung der Vorkontrolle nicht geschafft. Ich hätte nicht auf dich bestehen sollen. Ich bin nicht für dich gemacht. Du bist unglaublich lieb und süß, aber leider zu groß und zu temperamentvoll für ein Appartement mit Balkon. Deine Gestalt verängstigt die Kinder.
Du brauchst Luft und musst dich bewegen können. Du solltest keine Verbotszonen haben, keine verschlossenen Räume. Nicht nur wenige Meter Bewegungsraum haben. Hätte ich einen Garten, ich hätte dich behalten. Dann hätte ich kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn ich dich aus beruflichen Gründen alleine hätte lassen müssen.
Ich habe Dich zurückgebracht, bevor Du es für ein „Abgeben“ hättest halten können. In der Hoffnung, das andere Menschen Dir sehr bald das Glück schenken können, das du verdienst und das ich dir nicht garantieren kann. Als Erwachsener habe ich nur 4 mal geweint: Als meine Frau 2 Kinder verloren hat und als meine Eltern verstorben sind. Gestern, zum fünften Mal, habe ich viele Tränen geweint, ohne Scham auch vor meinen Kindern, weil Du es in nur 48 Stunden geschafft hast, dass ich mich in dich verliebt habe, in deinen Blick und deine Art. Ich habe dich ins Heim zurückgebracht, bevor du dich an uns gewöhnst und ich meinen Egoismus nicht mehr hätte besiegen können. Das Gefühl, dein Retter zu sein. Meine einzige Erleichterung gibt mir die Erinnerung an die Szene, als du die Engel von AIPA wiedergesehen hast und mit dem Schwanz gewedelt hast und als du deine „Verlobte“ begrüßt hast, die uns gleich entgegenkam. Es war eine unglaubliche Erfahrung, in manchem Sinne verheerend. Sie hat mich viel gelehrt, sie hat mich gezeichnet und mich als–wenn nicht einen bösen Menschen- jedoch einen unpassenden Menschen gezeigt.“

Nun, wir waren zwar traurig, konnten diesem Adoptanten aber nicht böse sein und so war Bob wieder bei Angela im Canile.

Doch das Glück war ihm weiter vergönnt, denn kurz danach meldete sich eine interessierte Adoptantin aus dem Münsterland, die ursprünglich großes Interesse an Pablo aus der Möbelfabrik hatte. Als sie dann aber von Bob hörte und vor allem von seinen sehr bescheidenen Chancen, irgendwann ein passendes Zuhause zu finden, wollte sie unseren Bob adoptieren!!! Und wir waren einfach glücklich darüber. Natürlich waren wir auch etwas traurig für unseren Pablo, aber Pablo ist ein noch sehr junger und bildhübscher Hund, bei dem wir davon sicher ausgehen, dass er eine Familie finden wird. Die Vorkontrolle durch unsere Susanne verlief dann ebenfalls bestens und so stand Bob`s Reise zu seiner neuen Familie nichts mehr im Wege…

Hier sein Zusammentreffen mit Freddy…nach 30 Minuten waren sie Freunde….

Bob ist nun angekommen, lebt in einem wunderschönen Haus mit Garten, einer Katze, dem Hund Freddy und einer supertollen Familie. Und Bob zahlt es bereits mit großer Liebe zurück.
Bob ist glücklich.
Hier die fantastischen Bilder von Bob`s neuem Zuhause:

Wir freuen uns so sehr für diesen wunderbaren Hund, der sich trotz Kette sein liebes Wesen bewahrt hat.
Sein Frauchen Andrea schrieb uns gestern:
Er ist für mich der klügste Hund der Welt. Gerade komme ich vom Spaziergang zurück und er war total souverän mit Joggern, Autos, zog überhaupt nicht an der Leine.
Ich habe genau DEN Hund bekommen, den ich mir gewünscht habe!“

Danke an alle Beteiligten dieser schönen Adoption, die nicht besser sein könnte.

Solche Geschichten lassen einen trotz all der Belastungen, die der Tierschutz mit sich bringt, immer weitermachen.
Was für ein wundervolles Happy End für Bob!

Tierschutzprojekt Italien e.V.